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REMONDIS Global Website // Schweiz
Wachstum braucht
Phosphor.
Überall auf
der Welt
  • PROJEKTE

    Wenn der Kampf um Rohstoffe zum Kampf ums Überleben wird

  • Vishnan hatte Angst. Todesangst. Schüsse fielen. Er hörte Menschen schreien. Sah, wie in der Menge um ihn herum Männer von Kugeln getroffen zu Boden sanken. Dennoch drängte er gemeinsam mit hunderten anderen Demonstrierenden weiter voran in Richtung Regierungsviertel. Angetrieben nicht von Mut, sondern von nackter Verzweiflung. Hilflos hatte er zuletzt mit ansehen müssen, wie er sich das, was er als Bauer mehr als alles andere zum Überleben braucht, nicht mehr leisten konnte: Dünger. Um mehr als 800 Prozent hatte das Phosphorkartell die Preise in den letzten Wochen angehoben. Viel zu viel für Kleinbauern wie Vishnan, weshalb sie überall im Land seit Tagen auf die Straße gingen. Wohl wissend, dass sie zugleich alles und nichts zu verlieren hatten.

Die REMONDIS-Leistung hinter der Story.
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Vom damals ins Hier und Jetzt

  • Abgespielt hat sich das beschriebene Szenario im Juni 2008 in Indien. Nahezu unbeachtet von der Weltöffentlichkeit. Das mag bei einem regionalen Aufstand auf den ersten Blick nicht verwundern. Tatsächlich protestierten Bauern hier gegen einen Missstand, der nicht nur auf dem indischem Subkontinent von Bedeutung war und ist, sondern die gesamte Menschheit betrifft. Denn die damaligen Verteilungskämpfe um Dünger sind die Folge einer sich immer weiter zuspitzenden Rohstoffkrise. Im Mittelpunkt dieser Krise steht Phosphor. Das lebenswichtigste Element auf unserem Planeten überhaupt, ohne das nichts wachsen, gedeihen und existieren kann. Weder Pflanzen noch Tiere noch Menschen.

    Begrenzt und volatil – eine gefährliche Mischung

    Phosphor kommt auf der Erde nicht nur – wie alle natürlichen Rohstoffe – in begrenzten Mengen vor, sondern auch nur in wenigen Regionen. Sämtliche Phosphorressourcen weltweit liegen außerhalb Europas. Zu den führenden Phosphor exportierenden Ländern zählen Marokko, Jordanien und Tunesien. Staaten, in denen der Phosphorabbau teils undurchsichtigen kartellartigen Strukturen unterliegt, was für eine enorme Volatilität sorgt. Denkt man das zusammen mit der Tatsache, dass auf unserem Planeten bald zehn Milliarden Menschen leben, die alle mit Nahrung versorgt werden müssen, kann und sollte einem angst und bange werden. Denn von der Getreide- bis zur Fleischproduktion hängt alles an einer ausreichenden und vor allem sicher gewährleisteten Phosphorversorgung.

    • Phosphor ist unabdingbar für die Lebensmittelproduktion

    • Klärschlamm enthält Phosphor

    • Phosphorrecycling ein Muss

      In den letzten Jahren hat in Europa – allen voran in Deutschland – ein Umdenken in Sachen Phosphor eingesetzt. Man hat inzwischen erkannt, dass die Abhängigkeit von Phosphor exportierenden Ländern dringend reduziert werden muss. Erreichen lässt sich das nur, indem man Phosphor, der einmal ins Land gelangt ist, konsequent recycelt. Ein Stoffstrom, der sich dafür besonders gut eignet, ist Klärschlamm. Denn aufgenommen über die Nahrung gelangt Phosphor auf natürlichem Wege in kommunale Kläranlagen und ist somit im Klärschlamm enthalten. Und dies in nicht gerade kleinen Mengen: Alleine aus der jährlich in Deutschland anfallenden Klärschlammmenge lassen sich 60.000 Tonnen Phosphor zurückgewinnen.

    Ab 2029 sind in Deutschland alle größeren kommunalen Kläranlagen zum Phosphorrecycling verpflichtet. Andere Länder werden nachziehen.

    Mehr als nur ressourcenschonend

    Das hierzulande verstärkt vorangetriebene Phosphorrecycling hat übrigens mehr Vorteile als nur die Schonung von Ressourcen und die Reduzierung von Verteilungskämpfen. Es geht auch darum, Klimaund Umweltschäden zu vermeiden und sogar Menschenleben zu retten. Weil natürlicher Phosphor im Bergbau gewonnen wird, kommt es dabei zu erheblichen Naturzerstörungen. Auch die CO2-Bilanz des Primärrohstoffs ist wesentlich schlechter als die des Recyclingrohstoffs. Was aber besonders schwer wiegt: Phosphor aus der Natur enthält in nicht unerheblichen Mengen Schwermetalle und sogar radioaktive Substanzen wie Uran und Radium. Die Arbeiter in den Abbaugebieten sind Kontaminationen meist schutzlos ausgeliefert, was schwere Erkrankungen zur Folge hat. Dass auch dies – wie die Toten der Phosphorkrise 2008 in Indien – allgemein kaum bekannt ist, zeigt, wie sehr unsere Welt noch von einem nachhaltigen Miteinander entfernt ist. Umso wichtiger sind Schritte in die richtige Richtung, wie sie Phosphorrecycling leistet.

Beim Phosphorrecycling allen voraus.
Auch der Politik

    • Wir von REMONDIS haben die Bedeutung und Notwendigkeit von Phosphorrecycling erkannt, als es in der Politik noch gar keine Rolle spielte. Initiiert und vorangetrieben wurde das Thema von unserer Spezialgesellschaft REMONDIS Aqua, die sich innerhalb der Gruppe um sämtliche Belange rund um Wasserversorgung und Abwasserbehandlung kümmert. Bereits vor Jahren entwickelte REMONDIS Aqua mit TetraPhos® ein patentiertes Verfahren für Phosphorrecycling und erhielt dafür schon 2016 den GreenTec Award. Das Verfahren hat sich inzwischen längst in diversen Pilotprojekten bewährt, so dass 2020 in einer Öffentlich-Privaten Partnerschaft mit der Freien und Hansestadt Hamburg und REMONDIS die weltweit erste großtechnische Anlage zum Phosphorrecycling fertiggestellt wurde. Jährlich gewinnt die Anlage aus 20.000 Tonnen Klärschlammasche rund 7.000 Tonnen hochreine Phosphorsäure, aus der sich zum Beispiel Dünger für die Landwirtschaft herstellen lässt. Neben der endlichen Ressource Phosphor werden durch das TetraPhos®-Verfahren zudem weitere wertvolle Rohstoffe in den Kreislauf zurückgeführt: Eisen- und Aluminiumsalze zur Fällung in der Kläranlage und Gips, der in der Baustoffindustrie genutzt werden kann.

    Phosphorrecycling für die Millionenmetropole Hamburg – im Rahmen einer ÖPP

Unser Ziel ist, so viele Wertstoffe wie möglich in den Kreislauf zurückzuführen.
Phosphor liefert hier nur eines von unzähligen Beispielen.

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