Herr Vasseur, auf welche Punkte sind Sie besonders stolz, wenn Sie auf REMONDIS Schweiz blicken?
Das fällt mir wirklich leicht zu beantworten. Zuerst einmal bin ich vor allem stolz auf unsere rund 500 Mitarbeitenden. Sie leisten jeden Tag aufs Neue hervorragende Arbeit, indem sie ihre vielfältigen Aufgaben mit grosser Sorgfalt, Eigenverantwortung und hoher fachlicher Kompetenz ausführen. Als Familienunternehmen fördern wir unsere Teams mit zahlreichen Weiterbildungen – an allen unseren Standorten. So schaffen wir die Grundlage für innovative und hochwertige Dienstleistungen, von denen unsere Kundinnen und Kunden profitieren.
Ausserdem sind wir als REMONDIS mittlerweile ein fester Bestandteil der Schweizer Abfallwirtschaft und als führender Entsorgungsdienstleister in der Branche etabliert. Heute vertrauen über 12'000 Kundinnen und Kunden aus allen Kantonen auf unsere Fachkompetenz.
Und weil alli guete Dings drü sind, freue ich mich vor allem, dass schon so viele Schweizerinnen und Schweizer ein hohes Bewusstsein für Abfalltrennung und Recycling haben. Tatsächlich gehören wir im europäischen Vergleich zu den Spitzenreitern, was die Sammelquoten betrifft. Den Gedanken, dass eine Vielzahl von Abfällen gesammelt, sortiert, und wenn möglich, wiederverwertet werden, wollen wir als Unternehmen weiter stärken.
Woher kommt dieses ausgeprägte Umweltbewusstsein im Land Ihrer Meinung nach?
Das BAFU erhebt die Zusammensetzung des Kehrichts seit 1982, aber immer im Zehnjahresrhythmus. Die letzte Statistik liegt mir also nur von 2022 vor. Aber ich denke, sie ist trotzdem repräsentativ: Vor drei Jahren wurden vom BAFU 16,5 Tonnen Kehrichtsäcke aus 33 ausgewählten Gemeinden nach Abfallarten ausgezählt, das heißt also haushaltsnahe Abfälle.
Ergebnis war: Gegenüber 2012 nahmen die Anteile von Glas, Papier und Kunststoffen im Kehricht im Sack maßgeblich ab. Die Gründe liegen vor allem im hohen ökologischen Bewusstsein aller hier und in gut organisierten Sammelsystemen mit unterschiedlichen Anreizen zur Mülltrennung. So liegt zum Beispiel die Glasrecycling-Quote hier mittlerweile bei etwa 97 bis 98 Prozent.
Was tut REMONDIS dafür, dass nicht nur das Sammeln und Trennen, sondern auch die Entsorgung und das Recycling gelingt?
Mit REMONDIS haben wir die Kreislaufwirtschaft für unser Land gut mit etabliert. Nicht nur die Bürgerinnen und Bürger, sondern auch wir als Dienstleister orientieren uns an der Abfallhierarchie: Zuerst Abfälle vermeiden, dann wiederverwenden, anschliessend recyceln, danach anderweitig verwerten und erst zuletzt beseitigen.
Wir verstehen uns aber nicht nur als Entsorger mit grosser Fahrzeugflotte und hoher Logistikkompetenz, sondern als Partner für Kommunen, Gewerbe und Industrie in der Schweiz. Wir arbeiten mit einem klaren Blick auf Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit und sind bei vielen Kundinnen und Kunden bereits da, bevor Abfall entsteht. Denn wir beraten hinsichtlich Behälter- sowie Entsorgungskonzepten in der gesamten Produktionskette und setzen auf zukunftsweisende Technologien bei unseren Anlagen. Beispielsweise bei der Aufbereitung von Filterasche oder beim Dismantling von Lithium-Ionen-Autobatterien.
Mit unserer Tochtergesellschaft Chiresa AG verfügen wir über eine ausgewiesene Expertise im Umgang mit anspruchsvollen Abfällen. An unserem Standort in Full-Reuenthal bereiten wir solche Stoffe fachgerecht auf – dazu gehört auch das Recycling aluminiumhaltiger Abfalllaugen. Gleichzeitig stellen unsere weiteren Spezialgesellschaften sicher, dass wir auch alle anderen Bereiche der Abfallbewirtschaftung abdecken. Unser Allrounder ist dabei REMONDIS Recycling: Als vielseitiger Dienstleister unterstützt das Unternehmen Kundinnen und Kunden aus allen Branchen mit umfassenden Lösungen rund ums Sammeln, Trennen, Entsorgen und Recyceln von Abfällen.
Welche Ziele hat sich die REMONDIS Schweiz AG in den nächsten Jahren gesetzt?
Wir werden vor allem das Thema Kreislaufwirtschaft als Unternehmen weiter aktiv vorantreiben. Viele Kantone, zum Beispiel Zürich oder Bern, haben seit diesem Jahr eigene Strategien mit verbindlichen Vorgaben, die sich vor allem aus den Gesetzesänderungen der parlamentarischen Initiative 20.433 „Schweizer Kreislaufwirtschaft stärken” ergeben.
Wir als REMONDIS möchten hier gerne Gemeinden und Unternehmen verstärkt mit unserer Abfallberatung und -analyse unterstützen und individuelle Entsorgungs- und Recyclingkonzepte entwickeln. Dabei stellen wir auch Fachpersonal zur Verfügung, das direkt in betriebliche Abläufe eingebunden ist. So tragen wir dazu bei, bereits bei der Abfallentstehung Prozesse mitzudenken, gesetzliche Vorgaben einzuhalten und später Ressourcen nachhaltig im Kreislauf zu halten.
Auch beim Thema kommunale Sammlung können wir, auf Wunsch, für ungefährliche Abfälle Self-Service-Stationen auf Wertstoffhöfen etablieren. Was die gefährlichen Abfälle betrifft: Diese holen wir mit unserem „SafetyTruck” bei den Bürgerinnen und Bürgern unserer Partnergemeinden ab.
Wir sind uns unserer Verantwortung für die Gemeinschaft und Umwelt in vollem Maße bewusst und möchten weiterhin in die Kompetenz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und in neue Technologien im Land investieren. Wir wollen als Unternehmen die Zukunft der Schweiz mitgestalten und uns für Europa weiterhin starkmachen.
Vielen Dank für das Gespräch!